Nutzen der Evaluation

Was bringt die externe Schulbeurteilung der Schule?

Die unabhängige Aussensicht durch die Fachstelle für Schulbeurteilung erlaubt es der Schule, ihr Selbstbild zu überprüfen. Die unabhängigen Befragungen durch das Evaluationsteam unterstützen eine offene Meinungsäusserung aller Anspruchsgruppen und können so der Schule bisher verborgene Ansichten zur Kenntnis bringen. Qualitätsbefunde durch die Fachstelle erhöhen die Glaubwürdigkeit von schulinternen Qualitätsaussagen. Damit werden bewährte und erfolgreiche Schulmerkmale durch eine professionelle und neutrale Aussensicht bestätigt, aber auch unbewusste Qualitäten und allenfalls blinde Flecken erhellt.

Die oft vage Unbestimmtheit von Erfolg und Wirkung der eigenen Arbeit wird für die Lehrpersonen und die Führungsverantwortlichen durch die externe Feststellung erzielter Wirkungen und der Zufriedenheit von Anspruchsgruppen reduziert. Durch Möglichkeiten des Vergleichs mit schulweiten Qualitätsbefunden wird auch eine Verortung der persönlichen Arbeit im Schulsystem und im Unterricht erleichtert.

Die Rückmeldungen durch das Evaluationsteam bieten den Führungsverantwortlichen und der Schule eine fundierte Einschätzung von relevanten Bereichen der Schul- und Unterrichtsentwicklung und damit eine gesicherte Grundlage für die Planung und Durchführung von geeigneten Entwicklungsmassnahmen.

Die externe Schulevaluation verursacht der Schule keine direkten Kosten und verhältnismässig geringen Aufwand. Der Nutzen für die Schule hängt aber entscheidend davon ab, ob sie offen genug ist, die externe Beurteilung nicht als Einmischung zu sehen, sondern als Chance, Unterstützung für die tägliche Entwicklungsarbeit zu bekommen.

Was ist eine gute Schule?

Seit etlichen Jahren kreist die Bildungsdiskussion um den Begriff der Schulqualität. Schulen stehen heute wie kaum je zuvor unter Veränderungs- und Entwicklungsdruck: Für ihre Innovations- und Anpassungsarbeit müssen sie verbindlich wissen, was eine gute Schule bzw. was guter Unterricht ist. Und auch der Rechenschaftsdruck auf die Schulen war noch selten so gross wie heute: Sie haben den Nachweis zu erbringen, dass ihre Leistungen den Erwartungen der verschiedenen Anspruchsgruppen genügen – was voraussetzt, dass diese vielfältigen Qualitätserwartungen in objektivierter Form definiert sind und systematisch überprüft werden können. Denn eines ist klar: Schulqualität professionell beurteilen kann nur, wer sich auf systematisch entwickelte, anerkannte Qualitätserwartungen bezieht.

Was macht eine «gute Schule» aus? Woran ist «guter Unterricht» erkennbar? Diese und ähnliche Fragen stellen sich, wenn beispielsweise ein Team der Fachstelle für Schulbeurteilung eine Schule evaluiert, Schulleitende und Schulkonferenz eine schulinterne Evaluation durchführen und auswerten oder eine Schulbehörde eine Schulleiterin/einen Schulleiter oder eine Lehrperson qualifiziert. Damit solche Beurteilungsprozesse für Beurteilte und Beurteilende gewinnbringend sind, braucht es einen verbindlichen Referenzrahmen zur Orientierung.

Deshalb gibt es das Handbuch Schulqualität. Es beschreibt die «Qualitätsansprüche an die Volksschulen des Kantons Zürich». So wird eine Qualitätsbeurteilung möglich, die sich auf legitimierte Normen, eben: Qualitätsansprüche abstützt. Und so wird für die beurteilten Schulen und Personen nachvollziehbar, auf welche Qualitätsvorstellungen sich die Beurteilung bezieht. In diesem Sinne versteht sich das Handbuch Schulqualität als Referenzwerk, das in allen Praxisfeldern des Qualitätsmanagements der Zürcher Volksschule Gültigkeit beansprucht – von der internen und externen Beurteilung der Schulen über die Beurteilung der einzelnen Lehrperson bis hin zum Controlling durch die Bildungsdirektion. Das Handbuch Schulqualität will dazu beitragen, dass die Schulen und die schulischen Prozesse präziser, objektiver, umfassender und nachvollziehbarer beurteilt werden können.

Was ist Schulqualitätsmanagement?

Um eine hohe Qualität der Schulbildung zu gewährleisten, bedürfen die einzelnen Teile des Bildungssystems einer systematischen Beurteilung und, darauf aufbauend, einer kontinuierlichen Weiterentwicklung. Das kantonale Konzept «Schulqualitätsmanagement der Volksschule, der Mittelschule und der Berufsschule», vom Bildungsrat am 19. September 2000 verabschiedet, geht dabei von folgenden Prämissen aus:

  • Gleiches Grundkonzept für die drei Bildungsbereiche Volksschule, Mittelschule und Berufsschule
  • Verbindliche Vorgaben und Minimalstandards für die verschiedenen Elemente des Schulqualitätsmanagements
  • Berücksichtigung der Rechenschaftslegung (Kontrollaspekt) und der Entwicklungsorientierung (Aspekt der Schulentwicklung)

Eine moderne Qualitätssicherung und -entwicklung verlangt eine umfassende Betrachtungsweise von Qualität und ein umfassendes Qualitätsmanagement. Entsprechend beachtet auch das Schulqualitätsmanagement im Kanton Zürich die drei folgenden Aspekte von Qualität: Inputqualitäten, Prozessqualitäten, Outputqualitäten. Zum umfassenden Verständnis von Qualität gehört ausserdem, dass die verschiedenen Ebenen des Systems «Schule» unterschieden und ins Qualitätsmanagement einbezogen werden: Person, Einzelschule, Kantonales Schulsystem. Qualitätssicherung und -entwicklung im Bildungswesen nutzt in der Regel die folgenden Beurteilungsformen: Interne Evaluation (Selbstbeurteilung) und externe Evaluation (Fremdbeurteilung).

Zu einem gut funktionierenden Qualitätsmanagement gehören die interne und die externe Evaluation gleichermassen. Das kantonale Konzept «Schulqualitätsmanagement» sieht denn auch Selbst- und Fremdbeurteilung in einer ausgewogenen Mischung vor: Die drei Systemebenen werden mit den beiden Beurteilungsformen kombiniert.