Häufige Fragen

Wer legt den Zeitpunkt für die Schulevaluation fest?

Das Volksschulgesetz schreibt vor, dass die Fachstelle für Schulbeurteilung mindestens alle fünf Jahre die Qualität der Schulen überprüft. Im Jahr 2005 hat die Bildungsdirektion zusammen mit dem Verband der Schulpräsidien des Kantons Zürich die Einteilung der Gemeinden und Schulen auf die Schuljahre festgelegt. Die Festlegung des genauen Evaluationstermins innerhalb des Schuljahres wird durch die Fachstelle für Schulbeurteilung vorgenommen. Die Schulen werden mindestens ein halbes Jahr vor der Evaluation über den Termin informiert.

Wie wird die Anonymität der schriftlichen Befragung gesichert?

Die schriftlichen Befragungen der Lehrpersonen, der Schüler und Schülerinnen sowie der Eltern sind grundsätzlich anonym. Niemand braucht zu wissen, wer welche Einschätzung geäussert hat. Die Fachstelle für Schulbeurteilung weist die verantwortlichen Personen der Schule (Schulleitung, schulische Kontaktgruppe der Evaluation) mündlich und schriftlich darauf hin, strikte auf Anonymität und Datenschutz bei der Befragung zu achten. Schülerinnen und Schüler füllen die Fragebogen online in der Schule aus. Die Eltern erhalten die Fragebogen durch ihre Kinder und geben sie den Kindern in einem verschlossenen Couvert wieder zurück in die Schule. Diese Couverts werden von der Schule ungeöffnet an die Fachstelle für Schulbeurteilung weitergeleitet. Die Fachstelle liest die Fragebogen elektronisch ein und vernichtet die Originalfragebogen datenschutzgerecht.
 

Woran wird die Schulqualität gemessen?

Die Qualität der Schulen wird an so genannten Qualitätsansprüchen gemessen. Im Handbuch Schulqualität sind die Qualitätsansprüche an die Volksschulen in verschiedenen Qualitätsbereichen zusammengestellt.

Die Qualitätsansprüche beschreiben den Anspruch, welcher an die Qualität einer Schule gestellt wird. Z.B. heisst es: „Die Lehrpersonen schaffen ein lern- und leistungsförderliches Klassenklima“ oder „Die Schule stellt die Entwicklung verbindlicher Regeln und die Einhaltung von angemessenem Verhalten sicher“. Die Evaluatorinnen und Evaluatoren untersuchen anhand von Indikatoren wie und in welchem Masse diese Qualitätsansprüche an einer Schule erfüllt sind.

Gibt es eine Rangliste der besten und schlechtesten Schulen?

Die beurteilten Schulen erhalten eine Rückmeldung in Form eines Berichtes. Die Beurteilung wird in differenzierter Sprache abgefasst, nicht in einfachen Noten. Im Bericht wird in der Regel zu jedem Qualitätsanspruch eine so genannte Kernaussage gemacht, welche die Qualitätsausprägung wertend beschreibt. Erläuterungen dazu werden in Form von "Stärken" und "Schwächen" der Schule in diesem Bereich genannt. Die Beurteilung der Schulen ist deshalb nicht direkt vergleichbar und kann nicht in Form einer Rangliste dargestellt werden.

Die Resultate der Fragebogenerhebung ermöglichen Vergleiche. Zu jedem einzelnen Fragebogen-Item erhält die Schule neben den eigenen Werten auch die Abweichung vom kantonalen Durchschnitt, den Vergleich mit dem Wert bei der Vorevaluation sowie die Angabe jenes Durchschnittswertes, welche die 5% Schulen mit dem höchsten Wert bei diesem Item erreicht haben. Da diese Vergleiche sich immer nur auf eine bestimmte Frage (Item) des Fragebogens beziehen, kann keine Rangliste der Schulen gemacht werden.

Werden Privatschulen auch beurteilt?

Der Auftrag der Fachstelle für Schulbeurteilung beschränkt sich auf die öffentliche Volksschule. Privatschulen brauchen aber eine Bewilligung. Im Bewilligungsverfahren wird die Qualität der Privatschulen geprüft.
Privatschulen können sich auf eigenes Gesuch hin und unter Übernahme der Kosten jedoch freiwillig durch die Fachstelle für Schulbeurteilung evaluieren lassen.

Wer hat die Einteilung der Schulen in die Fünfjahresplanung vorgenommen?

Gemäss Volksschulgesetz wird jede Schule jedes fünfte Jahr durch die Fachstelle für Schulbeurteilung evaluiert. Die Einteilung der Schulen in den Rhythmus der Evaluation, in ein konkretes Schuljahr, erfolgte durch die Bildungsdirektion zusammen mit dem Verband der Schulpräsidien. Neben geographischen Aspekten wurde darauf geachtet, dass verschiedene Schulen in kleineren Gemeinden im selben Schuljahr evaluiert werden, in grösseren Gemeinden (wie etwa der Stadt Zürich oder der Stadt Winterthur) die Evaluation jedoch gestaffelt stattfindet. Die Einteilung in die Schuljahre wurde den Schulbehörden und den Schulen mit einem Schreiben des Volksschulamtes am 17. Februar 2006 mitgeteilt.

Was passiert, wenn wesentliche Mängel vorgefunden werden?

Für die Qualität der Schulen sind die Schulbehörde und die Schule verantwortlich. Die Fachstelle für Schulbeurteilung liefert der Schule ein Fremdbild. Wesentliche Qualitätsmängel werden durch die Fachstelle im Bericht festgehalten und der Schule mitgeteilt. Die Schule erarbeitet auf Grund der Empfehlungen der Fachstelle für Schulbeurteilung einen Massnahmenplan zur Qualitätsentwicklung, der durch die Schulbehörde genehmigt wird und der Fachstelle innert einer Frist von vier Monaten zugeschickt werden muss. Die Ergebnisse der Massnahmen werden im Rahmen der Folgeevaluation beurteilt.
Werden in einer Schule personenbezogene Missstände festgestellt, so werden diese im Bericht lediglich in anonymisierter Form festgehalten. Bei schwerwiegendem Fehlverhalten einzelner Personen, das von den Evaluatorinnen oder Evaluatoren selbst beobachtet wird, interveniert das Evaluationsteam unmittelbar. Werden im Rahmen der Evaluation dem Team Informationen über gravierendes persönliches Fehlverhalten zugetragen, so informiert die Fachstelle nach der Rückmeldeveranstaltung die Schulführung (bzw. bei Berufsberatenden die Leitung des betreffenden Berufsberatungszentrums als vorgesetzte Stelle) und die betreffende Person. Die genaue Abklärung des Sachverhaltes sowie eventuelle Massnahmen liegen in der Verantwortung der Schulführung (bzw. der biz-Leitung).

Werden Schülerleistungen in die Beurteilung einbezogen?

Die Schulqualitätsforschung hat bewiesen, dass hohe Prozessqualitäten im Bereich Schule und Unterricht gute Schülerleistungen fördern. Der Zusammenhang ist jedoch indirekt und im Einzelfall nicht direkt nachweisbar. Um die effektiven Schülerleistungen in die Schulbeurteilung einzubauen, müsste ein aufwändiges System von Leistungsmessungen eingeführt werden. Zwar werden im Rahmen der Harmonisierung des Volksschulwesens Bildungsstandards festgelegt und die Erreichung von Grundkompetenzen überprüft, aber nur auf der Ebene des Kantons und nicht auf der Ebene der einzelnen Schule oder gar der einzelnen Klasse. Die Schulen selbst verfügen nur in wenigen Bereichen über die Möglichkeit, die Schülerleistungen mit geeichten Tests festzustellen. Die externe Schulbeurteilung beschränkt sich deshalb weitgehend auf die Beurteilung von Prozessqualitäten.

Wer wird alles befragt?

Mit dem Fragebogen erhebt die Fachstelle für Schulbeurteilung in wichtigen Qualitätsbereichen die Zufriedenheit von Schülerinnen und Schülern, von Eltern und Lehrpersonen. Der Fragebogen umfasst Fragen zu verschiedenen Qualitätsaspekten einer Schule. Wir führen eine Vollerhebung durch, das heisst, wir befragen nicht nur eine Stichprobe, sondern möglichst alle. Es gibt aber Ausnahmen. Schülerinnen und Schüler der Unterstufe und Kinder, welche den Kindergarten besuchen, füllen den Fragebogen nicht aus. Wir erheben die Meinung eines Teils dieser Kinder in Interviews. Ausnahmen sind auch in ganz kleinen Schulen und Sonderschulen möglich.

Sollen Schülerinnen und Schüler, welche die Schule bald verlassen, den Fragebogen ausfüllen?

Falls die Schule das Portfolio und die ausgefüllten Fragebogen unmittelbar nach den Sommerferien der Fachstelle für Schulbeurteilung abgeben muss, so wird die Befragung noch vor den Sommerferien durchgeführt. Wenn aber die schriftliche Befragung etwa einen Monat nach den Sommerferien gemacht werden kann, sollen die neuen Schülerinnen und Schüler sowie deren Eltern die Möglichkeit haben, an der Befragung teilzunehmen.

Sollen neue Schülerinnen und Schüler den Fragebogen ausfüllen?

Falls die Schule das Portfolio und die ausgefüllten Fragebogen unmittelbar nach den Sommerferien der Fachstelle für Schulbeurteilung abgeben muss, so wird die Befragung noch vor den Sommerferien durchgeführt. Wenn aber die schriftliche Befragung etwa einen Monat nach den Sommerferien gemacht werden kann, sollen die neuen Schülerinnen und Schüler sowie deren Eltern die Möglichkeit haben, an der Befragung teilzunehmen.

Wie werden Eltern und Schülerinnen und Schüler für die Interviews ausgewählt?

Die Schülerinnen und Schüler werden in kleinen Gruppen von vier bis sechs Personen (gleich viele Mädchen und Knaben) befragt. Die Gruppen setzen sich in der Regel aus Schülerinnen und Schülern der gleichen Stufe (Kindergarten, Unterstufe, Mittelstufe) bzw. des gleichen Jahrgangs oder der gleichen Abteilung (Sekundarstufe) zusammen. Die Auswahl der Schülerinnen und Schüler treffen die jeweiligen Lehrpersonen. Ob „gute“ oder „schlechte“ Schülerinnen und Schüler ausgewählt werden spielt keine Rolle. Für das Evaluationsteam ist wichtiger, dass es sich um mitteilsame Kinder und Jugendliche handelt.
Die Eltern werden in Gruppen von vier bis sechs Personen befragt. Auch diese Gruppen sind nach Stufe, Jahrgang oder Abteilung zusammengesetzt. Interessierte Eltern können sich mit dem Talon im FSB-Flyer bei der Schulleitung melden. Die definitive Auswahl und Einladung erfolgt durch die Evaluations- und Schulleitung.

Wer legt die Themen fest, zu denen die Schulen beurteilt werden?

Unter dem Titel „Qualitätsprofil“ werden alle Schulen in den drei Bereichen „Lebenswelt Schule“, „Lehren und Lernen“ sowie „Schulführung und Zusammenarbeit“ evaluiert.

Zudem kann die Schule auf Wunsch ein eigenes Evaluationsthema aus einer Liste von insgesamt elf Themen in den Bereichen „Unterricht gestalten“ oder „Schule gestalten“ auswählen. Für jedes dieser Fokusthemen besteht ebenfalls ein inhaltlicher Bezugsrahmen mit Qualitätsansprüchen, an denen die Schule gemessen wird.
Die Qualitätsansprüche werden den Schulen im Voraus bekannt gegeben.

Werden die Schulbehörden auch beurteilt?

Die kommunalen Schulbehörden sind nicht Gegenstand der externen Schulevaluation durch die Fachstelle für Schulbeurteilung. Gemäss Volksschulgesetz besteht der Auftrag der Fachstelle für Schulbeurteilung darin, die Schulen im Kanton Zürich zu beurteilen. Gemeint sind damit die von den lokalen Schulbehörden definierten einzelnen Schuleinheiten. Der inhaltliche Referenzrahmen, nach dem die Schulen beurteilt werden (siehe Handbuch für Schulqualität), umschreibt Prozessqualitäten auf der Ebene der Schule und des Unterrichts. Die strategische Führung durch die kommunale Schulpflege ist in diesem Beurteilungsrahmen nicht enthalten.
Eine Beurteilung der Arbeit der Schulpflege durch die kantonale Fachstelle für Schulbeurteilung wäre auch aus politischen Gründen nicht zulässig. Sie käme einem Eingriff in die Souveränität der Schulgemeinde gleich. Die Schulpflege ist eine durch das Volk gewählte Behörde. Die Stimmberechtigten bestimmen durch die demokratische Wahl, wem sie das Vertrauen für die Führung und Beaufsichtigung ihrer Schulen aussprechen beziehungsweise entziehen.
Es gibt im Referenzrahmen Schulqualität aber Bereiche – so vor allem die Themen „Schulführung“ und „Pflege der Aussenkontakte“ – die wichtige Schnittstellen zur Tätigkeit der Schulbehörden aufweisen. Eine differenzierte und vertiefte Beurteilung der Schulqualität in diesen Themenbereichen ist nicht möglich, ohne auch die damit zusammenhängende Tätigkeit der Schulbehörden mit einzubeziehen. So gesehen liefern die Evaluationsergebnisse für die Schulbehörden auch Anhaltspunkte für die Überprüfung der eigenen Arbeit.

Wie alt sind die Schülerinnen und Schüler, die an der Evaluation teilnehmen?

An der schriftlichen Vorbefragung mit Fragebogen nehmen alle Schülerinnen und Schüler ab der 4. Klasse (also: Mittelstufe und Sekundarstufe) teil.
Während des dreitägigen Evaluationsbesuches werden Schülerinnen und Schüler in der Regel ab der 2. Klasse in jahrgangs- bzw. stufenspezifischen Gruppen (4 bis 6 Schülerinnen und Schüler) mündlich befragt.